Verkehrsmittel in Hong Kong, Teil 3: Ngong Ping 360 Cable Car


Dieser Post ist der dritte Teil der Aufbereitung meines Mastodon Threads über die verschiedenen Verkehrsmittel in Hong Kong. Den Thread habe ich urspünglich nach meiner Reise 2023 geschrieben. In diesem Blogbeitrag habe ich noch Kleinigkeiten ergänzt und ein paar Fotos angepasst.

Kommen wir zum nächsten Verkehrsmittel in Hong Kong: Der Seilbahn auf Lantau Island. Wie so viele Seilbahnen ist auch die Ngong Ping 360 Cable Car eher eine Tourismusattraktion. Doch sie löst auch ein reales Verkehrsproblem.

Die Seilbahn führt von der Satellitenstadt Tung Chung (東涌) hoch auf die Berge zum Po Lin Kloster und dem Tian Tan Buddha. Die 34 Meter hohe Buddha Statue aus Bronze ist noch gar nicht so alt: Sie wurde erst Anfang der 1990er Jahre gebaut. Sie wiegt 250 Tonnen und besteht aus 202 Einzelteilen.

Blick auf eine Bewaldete Fläche und im Hintegrund ist auf einem der Berge ein riesiger Budda zu sehen. Links vor einem Hohen Berg steht ein riesiges Gbeäude mit typischer chinesischer architektur
Nachdem man die 550 Höhenmeter überwunden hat, hat man auf dem letzten Stück gute Sicht auf das Kloster und die Buddha Statue.

Blick in ein Tal. Im Tal am Fuße eines weiteren Berges ein großes Kloster, im Baustil eines chinesischen Tempels
Blick vom Fuße der Buddha Statue auf das Kloster

Drei etwa 4 Meter hohe Räuschstäbchen. Dahinter das Kloster
Die größten Räucherstäbchen, die ich jemals gesehen habe

Der Sitzende Buddah auf dem Berg. Vor ihm eine Treppe die den Berg zu ihm hoch führt. Auf der Treppe viele Menschen

Die Bauteile für die Statue wurden alle über eine sehr schmale Straße mit starken Steigungen und engen Kurven transportiert. Allein dies ist eine beeindruckende Leistung, wenn man bedenkt, dass das größte Einzelteil 7800kg wog und einen Durchmesser von mehr als 6 Metern hatte.

Die Buddha Statue auf ihrem Sockel steil von Unten fotografiert. Von der Sonne angestrahlt erkennt man gut die Bronzefarbe.

Und genau diese Straße stellte nach der Fertigstellung ein Problem dar: Die tausenden Tourist*innen mussten mit Bussen über diese enge und gefährliche Straße, die fast um die halbe Insel führt, auf den Berg gebracht werden. Die Straßen im Südteil der Insel sind so gefährlich, dass selbst PKW die Straßen nur tagsüber und mit Sondergenehmigung befahren dürfen. Ich war tatsächlich die ganze Fahrt lang angespannt, als ich diese Straße mal mit dem Bus gefahren bin. Es gab regelmäßig Schilder, die zum Testen der Bremsen aufforderten.

Karte der Insel, die die Strecke zeigt, die ein Bus fahren muss um auf dem Berg zu fahren. Sie führt über Berge zum Süden der Insel, macht dort einen engen schlecnker nach Osten um dann an der Südküste nach Westen zu fahren und dann wieder nach Norden auf den Berg. Überall enge kurven.
Die Strecke ist 22 Kilometer lang, enthält extreme Anstiege bis zu 20% Steigung über längere Abschnitte und enthält scharfe Kurven an abschüssigen Felskanten. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde.

Um die Straße, die auch die einzige Verbindungsstraße zum Südteil der Insel ist, zu entlasten entschloss man sich eine Seilbahn auf den Berg zu bauen. Diese verkürzt die über eine Stunde lange Busfahrt auf eine 25 minütige Seilbahnfahrt mit großartiger Aussicht auf Berge, Meer, Dörfer und Wasserfälle.

Eine Seilbahnkabine schwebt sehr hoch über einem Meer. Im Hintergrund ist die Küste einer Insel zu sehen mit Hohen Wohngebäuden und Bergen. Von der Küste führen 3 Große Brücken nach links aus dem Bild.

Blick von oben auf ein kleines Dorf mit Häusern zwischen 1 und 3 Stockwerken.
Blick von der Gondel aus in das kleine Dorf San Tau (䃟頭). Das Dorf ist nicht ans Straßennetz angeschlossen und nur zu Fuß oder per Boot erreichbar.

Blick von oben auf ein Stück Küste. Der Strand ist rötlch das Wasser türkies. Kleine flussmündungen schlängeln sich bis ins Meer

Doch auch der Bau der Seilbahn war ein Ambitioniertes Projekt. Da sie mitten durch einen Naturpark führt, sollten möglichst wenige Pfeiler gebaut werden. Gleichzeitig muss sie aber auch den starken Taifunwinden und Erdbeben standhalten. Und das bei Spannweiten von bis zu 1,5 Kilometern und bis zu 585 Metern über dem Meerespiegel.

Blick aus der Seilbahn entlang der Kabel einen Berg hinunter. Die Seilbahn ist über das Meer bis zu einem Berg auf einer anderen Insel gespannt. Auf der Rechten Seite sieht man wieder Berge und Hochhäuser.

Blick aus der Seilbahn entlang der Seile. Diesmal überall nur Teilweise mit Bäumen, teilweise nur mit Gras bewachsene Berge. Die entfernung bis zum nächsten Mast dürfte fast 1km sein.


Siluette einer Gondel der Seilbahn im entgegen Leuchtenden Sonnenuntergangslicht. Im Hintergrund Berge in leichtem Nebel.

Zwei der Pfeiler befinden sich mitten im gebirgigen Naturpark, ohne vorhandene Zufahrtswege. Deswegen wurden die Bauteile für die Masten mit zwei Helikoptern angeliefert. Weiteres Baumaterial wurde mit Hilfe von 6 Maultieren, die bis zu 120kg tragen konnten, über einen steilen Pfad angeliefert. Die Tiere wurden extra dafür aus Kanada importiert.


Strahlgittermast für die Seilbahn an einem Berghang. Unter dem Mast führt ein Weg hindurch. Eine Treppe führt den Mast hinauf. Im Hintegrund Berge und Sonnenuntergang.

Auf der Spitze eines Berges eine Station an der die Richtung der Seilbahn leicht geändert wird. Sie besteht aus Beton und ist etwas Länger, also kein einfacher Sthalgittermast. Davor und dahinter Staglgittermäste. Sonnernuntergangstimmung.
Die Nei Lak Shan (彌勒山) Umlenkstation auf 575 Metern höhe. Der Mast im Hintergrund ist mit seiner Spitze auf 585 Metern höhe das höchste Element des ganzen Systems.


Ein Stahlgittermast auf einem Berg. In Höhe der Seilbahnführung sind Scheinwerfer, Mobilfunkantenen und Überwachungskameras angebracht. Im Hintergrund sieht man den Berg hinunter. Dort sieht man im Nebel eine Insel mit Gebäuden drauf.

Außerdem wurde ein befestigter Rettungspfad angelegt, der teilweise aus hölzernen Treppen und Stegen besteht, um das unwegsame Gelände sicher überqueren zu können. Dieser ist auch als öffentlicher Wanderweg zugänglich. Das ist übrigens der Weg, der mich zu meinem Thread über die hongkonger Wasserversorgung brachte.

Eine Seilbahn Winkelstation auf einer Bererhöhung. Unter den Seilen führt ein Weg bis zur Station und an dieser Vorbei. Im Hintergrund nur mit Gras und Gestrüpp bewachsene Berge.

Weg führt direkt unter den Seilen entlang und ist mit Steinen gepflastert. Gründe Bwaldung sind links und Rechts vom Weg. Auf der rechten seite sind zwei kleinere Häuser im Wald zu erkennen.

Ich hoffe, dass ich bei meinem nächsten Besuch endlich mal dazu komme diesen Weg zu wandern. Bei meinem ersten Besuch kannte ich den gut ausgebauten Rettungspfad noch nicht, und bin einfach auf dem kürzesten Weg, den mir OSM vorgeschlagen hat, drauf los gelaufen. Glücklicherweise bin ich nach 3 Kilometern umgedreht, noch bevor die steilen Berge losgingen. Auf den unausgebauten Nebenwegen hätte ich die Strecke vor Einbruch der Dunkelheit wahrscheinlich nur mit viel Schweiß geschafft, so wie es mir dieses Jahr zusammen mit blinry passiert ist.

Blick durch einen Stahlgittermast. Auf die dahinter liegende Bergspitze, auf der sich eine Winkelstation befindet führt eine sehr lange steinernde Treppe. Auf dieser sind ein paar Wandererinnen zu sehen.

Ein Weiterer Mast durch den der Weg führt. Am Rande des Weges rasten zwei Wandererinnen. Im Hintergrund ist der Berg mit dem Buddha zu sehen.

Die Seilbahn führt auch zwei mal übers Meer, da sich eine Winkelstation auf der Flughafeninsel Chek Lap Lok (赤鱲角) befindet. – Eine mittlerweile fast 20 Quadratkilometer große, künstlich aufgeschüttete Insel. Aber das ist eine Geschichte für’s nächste mal.

Blick aus einer Seilbahngondel auf eine Winkelstation, die sich auf einem bewachsnene Hügel an der Ecke einer Insel befindet. Zu der Insel führen mehrere Brücken.


Ein Teil der Winkelstation im Sonnenuntergang. Im Hintegrund ist der Ber zu sehen auf den die Seilbahn hochführt und sich dabei über das Meer Spannt.

Seilbahngondeln über das Meer von der Sonne goöd angestrahlt. Unten auf dem Wasser fährt ein kleines Schiff.


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