Hong Kong hat ja viele verschiedene spannende Verkehrsmittel. Aber wenn ich ein Lieblingsverkehrsmittel wählen müsste, dann wären es die Doppelstockstraßenbahnen.
Es gibt im Grunde nur eine Strecke mit einer kleinen zusätzlichen Abzweigung. Auf dieser fahren aber genug Fahrzeuge, sodass man im Zentrum bei einem 90-Sekundentakt eigentlich nie wirklich auf eine Bahn warten muss. Außer es gibt mal wieder Stau und die Straßenbahnen verklumpen sich hintereinander.
Die Straßenbahnen sind bei dem Haltestellenabstand von 250 Metern echt nicht die schnellsten und brauchen für die 13km Strecken von Kennedy Town nach Shau Kei Wan fast 90 Minuten.
Vom oberen Deck aus kann man das Gewusel der Stadt gut beobachten. Sich dabei den warmen Fahrtwind durch das geöffnete Fenster durchs Haar wehen zu lassen und damit die Stadt nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören, zu riechen und zu fühlen, ist einfach unschlagbar.
Auch die Sicht nach oben ist gut, weil man sich durch die offenen Fenster ein Stück nach außen lehnen kann. Und nach oben gibt es gerade in Hong Kong einiges zu sehen.
Wenn wir schon mal nach oben gucken: Die Trams haben übrigens keine Pantografen mit Bügelstromabnehmer, sondern einen Stangenstromabnehmer mit Schleifschuh wie bei einem Trolleybus. Und deswegen braucht es auch an der Oberleitung Weichen. Sogenannte Luftweichen.
Der Blick von so weit oben bietet auch neue Perspektivien, wenn man nach unten guckt.
Gleisbauarbeiten finden einfach im laufenden Betrieb statt. Immer wenn eine Tram kommt oder sich wenigstens ein paar Trams aufgestaut haben, werden die Arbeiten unterbrochen und die Straßenbahnen durchgewunken, und dann geht es weiter als wäre nichts gewesen.
Mit 3 Hongkongdollar (35 Cent) pro Fahrt ist es trotz der letzten, verhältnismäßig starken Preiserhöhung von 15% ein ziemlich günstiges Verkehrsmittel. Bezahlt wird beim Austieg mit Octopus-Karte oder mit Münzen die einfach in ein sehr großes Sparschwein geworfen werden. Im Gegensatz zu den Bussen befindet sich der Ausstieg vorn und der Einstieg hinten.
Die geöffneten Fenster sind auch zum Fotografieren super praktisch, weil man dann auf den Fotos keine Spiegelungen oder Verschmutzungen der Scheiben hat.
Die Lego-Tram für die ich 3 verschiedene Toys‘R‘Us-Filialen abklappern musste, weil es diese limitierte Version nur in ihrem Flagshipstore in Tsim Sha Tsui gab, habe ich natürlich auch mit der Tram transportiert.
Wenn ihr mal als Bewegtbild sehen wollt, wie es sich anfühlt auf dem beliebtesten Platz der ganzen Tram zu sitzen und was man dabei alles entdecken kann: Ich habe damals ein 36 Minuten langes Video aufgenommen: