Vor 10 Jahren besuchte ich im Rahmen eines Wikipedia-Projekts einige Dörfer in der Lausitz, die für den Braunkohletagebau weggebaggert werden sollten. Letzte Woche erfuhr ich, dass der Ort Miłoraz/Mühlrose nun offiziell als Gemeindeteil gelöscht wurde. Mühlrose ist nach langer Unsicherheit das letzte Dorf in der Lausitz und möglicherweise auch in ganz Deutschland, das für die Braunkohle komplett abgebaggert wird.
Am Sonntag wollte ich mir mal ansehen, wie es am Flughafen Tegel nach der Schließung jetzt eigentlich aussieht. Also fuhr ich mit dem Bus zu der Haltestelle mit dem wohlklingenden komplett absurden Namen Urban Tech Republic. Bei Ankunft zwischen Kleingartenanlage und Stacheldraht fühlte es sich weder urban noch besonders tech an. Genau der richtige Ort um ein paar Fotos zu machen.
Als erstes erblickte ich diese Uhr, die zu meiner Verwunderung fast die richtige Uhrzeit zeigte. Sie ging nur eine Stunde nach. Wobei unklar war, ob nur vergessen wurde sie auf Sommerzeit umzustellen, oder sie einfach zufällig um diese Zeit stehen geblieben war. Weiterlesen →
Daten in der falschen Darreichungsform können oft mit nur viel Aufwand verwendet werden
Nachdem der Stadtrat Dresden schon vor fast vier Jahren eine OpenData Strategie verabschiedet hat, ist es nun endlich soweit und die Stadt hat ihr OpenData Portal live geschaltet.
Ein kleiner Grund zum Feiern. Doch für die lange Wartezeit hatte sich die lokale OpenData-Community allerdings etwas mehr erwartet: Neben den schlechten (oder schlecht zugänglichen) Metadaten stehen die meisten Daten gar nicht als Download sondern nur als Dienst bereit. Einige der Dienste melden dann auch noch den Fehler, dass der Nutzer keine Zugriffsrechte hätte.
Die Daten stehen also als Schnittstelle für die Ansicht in professioneller GIS-Software bereit, statt als Rohdaten zur Verarbeitung in eigener Software. Besonders ärgerlich daran finde ich, dass diese Kritik schon beim OpenData Crunch vor drei Jahren mehrfach geäußert wurde. Damals wurde angemerkt, dass man dieses Problem nicht auf dem Schirm hatte und versprach, dass man in Zukunft darauf achten werde, die Daten auch in üblichen Formaten als Download bereitzustellen.
Ich finde es nicht verwerflich, dass eine Stadt im ersten Versuch nicht weiß, in welchen Formaten so eine OpenData Community die Daten gern hätte. Wenn man dann aber Besserung verspricht, es nach 3 Jahren aber immer noch nicht schafft, seine Daten sinnvoll bereitzustellen, dann fehlt es entweder an Wille oder an Kompetenz.
Im Vorfeld des Startes des Portals kam von der Stadt übrigens noch die Kritik, dass es kein Feedback von der Community gibt. Gleichzeitig mussten die Vertreter der Stadt eingestehen, dass es weder einen geeigneten Feedbackkanal noch die personellen Ressourcen gibt, um das Feedback entgegen zu nehmen.