Von 3D Visualisierung und Flugzeugabstürzen

3D Visualisierung Flug 9525

Als vor einem halben Jahr die MH 17 abstürzte gab es in den ersten Stunden und Tagen nach dem Unglück viele widersprüchliche Informationen über den Absturz. Um besser einschätzen zu können was da passiert ist, habe ich (mehr für mich selbst) eine Karte mit den Ereignissen erstellt. Es war aber auch ein Projekt um zu lernen was man mit uMap alles so machen kann und wie man es journalistisch einsetzen kann. Besonders das Einbinden von Tweets und Bildern war äußerst nützlich.

Auch der Absturz von Flug 9525 weckte mein Interesse. Weil Informationen zur Höhe bei diesem Absturz besonders Interessant sind, dachte ich an eine 3D-Darstellung. Neulich sah ich eine gute 3D-Karten-Visualisierung, die mit Cesium umgesetzt wurde. Das war ein Grund sich dieses Framework mal genauer anzusehen. Es produziert eine Art GoogleEarth im Browser. Außerdem kann auch ein Geländemodell mit dargestellt werden, was in diesem Fall spannend ist, da sich der Flugzeugabsturz im Gebirge ereignete.

Dank der vielen Tutorials und Beispielen von Cesium hatte ich recht schnell die richtige 3D-Welt zusammen gebastelt. Jetzt fehlte nur noch die Flugroute. Wie auch bei der MH17 wollte ich die Daten von Flightradar24 benutzen. Nachdem ich eine Stunde lang vergeblich versuchte die Daten aus der Webseite zu kratzen, bemerkte ich dass Flightradar24 eine CSV-Datei mit den Flugdaten bereit gestellt hatte. Daraus baute ich mir relativ schnell ein GeoJson-File und habe dabei sogar daran gedacht die Höhe von Fuß in Meter umzurechnen. Das Einbinden dieser Datei ging super einfach und die Höhe wurde gleich automatisch mit ausgewertet.

Das Ergebnis ist hier zu betrachten. Mit der Rechten Maustaste (oder Ctrl.-Click am Mac) kann die Ansicht auch rotiert werden.

Was auffällt ist, dass man die Abweichungen der verschiedenen ADS-B Empfänger sieht. Ich habe erst überlegt ob man diese Ausreißer in der Linie raus rechnen kann, finde es aber auch ganz spannend diese Abweichungen zu sehen.

Insgesamt war ich überrascht wie schnell man so eine gute 3D Visualisierung zusammen bauen kann. Für mein erstes Projekt mit diesem Framework habe ich nur etwa eine Stunde gebraucht um das technisch umzusetzen. Noch einmal 2 Stunden brauchte ich für Datenrecherche und Aufbereitung. Und dann ging noch einmal mindestens eine halbe Stunde für die richtige Positionierung der Kamera in der 3D-Scene drauf. Ja 3D ist noch mal komplexer als einfach nur Geokoordinaten zu setzten. Codetechnisch ist das ganze sicher alles andere als sauber, aber für den ersten Versuch zählt das Ergebnis. Insgesamt finde ich das einen vertretbaren Aufwand und ich frage mich warum nicht mehr Medien solche Visualisierungen publizieren. Solche Anwendungen laden doch auch super zu Spekulationen ein.

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